Praxis für Osteopathie
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Osteopathie nach Operationen.

Im Allgemeinen haben Operationen immer eine Vorgeschichte. Entweder sind es langwierige Probleme die bestimmte Funktionen, meist unangenehm bis schmerzhaft eingeschränkt haben oder akute Geschehen wie Unfälle, Herzinfarkt oder ähnliches.

Von der technischen Seite werden mehrere Haut und Muskelschichten, Gefäße, Nerven, Faszien und Lymphbahnen  durchtrennt bzw gespalten, um die meist tiefergelegenen Strukturen oder Organe freizulegen.

Bei mikroinvasiven/arthroskopischen Eingriffen ist die Verletzung deutlich geringer, aber durch das Einführen der Geräte und das Arbeiten auf begrenztem Raum der meist aufgedehnt werden muss, werden obengenannte Gewebe ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen.

Ist der Eingriff abgeschlossen werden die verschiedenen Schichten wieder „zusammengenäht“, getackert und/oder verklebt.

Zurück bleibt immer eine Region die sich von der Spannung und dem vorherigen Zustand des Gewebes verändert hat.

Diese Veränderungen, vor allem nach Operationen im Bauchraum, haben häufig Auswirkungen auf die Statik der Wirbelsäule und die Spannung der Muskulatur. Die Elastizität des Narbenbereichs ist eingeschränkt und die Schonhaltung nach dem Eingriff ist häufig auch nach längerer Zeit noch vorhanden.

Ein Beispiel aus der Praxis:

Häufiger klagen Frauen nach Kaiserschnitt bzw Gebärmutter Entfernung über Schulter-Nacken-Verspannungen mit Kopfschmerzen, meist 2-5 Jahren nach der OP.

Diese Symptome lassen sich oft durch Physiotherapie und/oder Massage nicht dauerhaft verbessern.

Bei der Untersuchung stellt sich heraus, dass das Kreuzbein, also die Basis der Wirbelsäule, der  Narbenbereich und die Bauchmuskulatur blockiert sind. Die Mobilität ist eingeschränkt und das Becken leicht eingezogen, nach hinten gekippt, ähnlich wie die Schonhaltung nach der OP. Deutlich sieht man es am Gangbild der Frauen, dass Becken und die LWS sind relativ steif. Der Oberkörper hat nun ein wenig Übergewicht nach vorne. Um das Gleichgewicht zu erhalten also im Lot zu stehen, hilft die Schulter-Nacken-Muskulatur und „zieht“ diesen Bereich wieder nach hinten in die Aufrichtung. Mit der Zeit wird diese Muskulatur überlastet und verspannt sich mit den bekannten Symptomen.

Wird dieser Bereich nun osteopathisch behandelt und die Mobilität der Narben und Beckenregion wieder verbessert, kann sich das Kreuzbein und Becken wieder aufrichten, die Mobilität verbessert sich und der Körper kommt wieder in sein Gleichgewicht, die Muskulatur entspannt und regeneriert sich.

Aus diesem Grund rate ich ihnen, sich je nach Heilungsprozess in der Regel nach 3-4 Monaten nach Operationen osteopathisch behandeln zu lassen.